Art of Goa
Der Indische Bundesstaat Goa
Allgemeines
Goa liegt an der mittleren Westküste und ist der kleinste Bundesstaat Indiens. Er hat eine Fläche von 3702 km2 und 1.419.523 Einwohner. Die Sprache der Goanesen ist Konkani. Es war ursprünglich ein Dialekt des Marathi, ist heute aber als eigenständige Sprache anerkannt. Goa war rund 450 Jahre lang portugiesische Kolonie und wurde kulturell nachhaltig von der Kolonialmacht geprägt, was auch durch den hohen katholischen Bevölkerungsanteil zum Ausdruck kommt. Die Hauptstadt Goas ist Panaji.
Geschichte
Nachdem Vasco-da-Gama im Jahr 1498 den Seeweg nach Indien entdeckt hatte, unternahmen die Portugiesen viele Expeditionen dorthin. 1510 griff Alfonso de Albuquerque mit Hilfe von Vijayanagar Goa an und nahm die Region ein. Mit der Ankunft des Jesuiten Priesters Francis Xaver 1542 begann die Missionierung Goas. Die Portugiesen behielten die Herrschaft über Goa mit Ausnahme einer kurzen Unterbrechung in der zweiten Hälfte des 17. Jh., in der Shivaji, der bedeutendste Anführer der Marathen, einige Gebiete in und um Goa eroberte. Auch nach der Unabhängigkeit Indiens blieb Goa in der Hand der Portugiesen. Erst im Dezember 1961 wurde Goa befreit und zu einem Bundesstaat Indiens erklärt.
Klima & Geographie
Goa liegt an der Konkanküste, der mittleren Westküste Indiens. Die Küste hat eine Länge von 101 km und ist von zahlreichen Flussmündungen durchzogen. Die Mormugao Bucht gilt als einer der besten Naturhäfen Indiens. An die schmale Küstenebene schließen terassenartige Tafelländer mit einer Höhe von 30 m bis 100 m an, die im Osten in die Westghats übergehen. Die Berge der Westhghats nehmen etwa 15% der Landesfläche ein und sind durchschnittlich 800 m hoch. Der Sonsogor ist mit 1.167 m Goas höchste Erhebung.
Das Klima ist tropisch und wird vom Sommermonsun bestimmt (Juni bis Sept.). Während des Monsuns liegen die Temperaturen im Schnitt bei 26°C. In der heißen Jahreszeit steigen die Temperaturen auf bis zu 35°C. Aufgrund der Nähe zum Meer herrscht in Goa auch in der trockenen Jahreszeit eine Luftfeuchtigkeit von etwa 60%.
Wirtschaft
Nur 38% der Landesfläche Goas wird landwirtschaftlich genutzt, da die Versalzung des Bodens ein Problem darstellt. Es muss daher auf Lebensmitteleinfuhren aus den Nachbarstaaten zurückgegriffen werden. Die wichtigsten Anbauerzeugnisse sind Reis, Zuckerrohr, Kokos– und Cashewnüsse. In geringerem Umfang werden auch Gemüse und Obstsorten angebaut. Anders als bei der Landwirtschaft übersteigt der Fischfang bei Weitem den Bedarf Goas, wovon die fischverarbeitende Industrie profitiert. Trotz der geringen Größe ist Goa reich an Rohstoffen. 2001/2002 wurden 11,4 Mio. Tonnen Eisenerz gefördert, was etwa 14% der gesamten indischen Fördermenge entspricht. Auch der industrielle Sektor Goas ist gut ausgebaut und macht rund ein Viertel des BIP aus. Die wichtigsten Industriezweige sind die Nahrungsmittel-, Genussmittel-, metallverarbeitende, Holz– und Papier-, Gummi-, Kunststoff-, chemische-, pharmazeutische, elektrotechnische– und Textilindustrie. Die tragende Säule der Wirtschaft Goas ist der Fremdenverkehr. Als beliebtestes indisches Reiseziel trägt der Bundesstaat etwa 12% zu den ausländischen Besucherzahlen bei.
Tourismus
Der Bundesstaat Goa verfügt über kilometerlange weiße Sandstrände, die jährlich Tausende von Urlaubern und Touristen aus aller Welt anziehen. Der beliebteste aller Strände ist Calangute, ein 7 km langer landeinwärts gewölbter Strand, der ca. 15 km nördlich von Panaji liegt. Neben den wunderschönen Sandstränden hat Goa auch eine vielfältige Pflanzen– und Tierwelt zu bieten. Auf der bewaldeten Fläche Goas, die etwa ein Drittel der Gesamtfläche ausmacht, findet man exotische Farne, Gräser, Palmen, Früchte, Textilfasern usw.. Im Bhagwan Mahavir Nationalpark haben Besucher die Möglichkeit Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten. Auch sind Ausflüge ins Landesinnere nach Velha Goa, dem alten Goa, empfehlenswert. Dort befinden sich malerische Paläste und Kirchen aus der Zeit der portugiesischen Kolonialherrschaft. Die sehenswertesten Tempel Goas sind der Mangeshi Tempel, der 22 km östlich von Panaji liegt und ein bedeutendes hinduistische Pilerzentrum ist, sowie der Sri-Brahma Tempel, der sich nahe der Grenze zu Karnataka befindet…
Wie und was hat das nun mit der Musikrichtung GOA zu tun?
Goa — eher ein wunderschönes Lebensgefühl, ein Ausdruck purer Lebensfreude, eine Feier-Gemeinschaft, die noch an das Gute im Menschen glaubt und gern ausgelassen zusammen diese Lebensfreude zelebriert!
Unsere so bezeichnete und geliebte elektronische TanzMusik setzt sich aus 4/4-Takten zwischen ursprünglich 130 und 160 bpm zusammen, mittlerweile werden auch schnellere Geschwindigkeiten erreicht.
Die Kicks und Drumlines sind deutlich energetischer und kompakter als bei anderen Trance-Richtungen. Zudem versteht sich die Musik als recht experimentell.
Beliebt sind Acidlines (ursprünglich durch den TB-303-Synthesizer) und andere organisch klingende synthetische Geräusche. Vocals wie beispielsweise beim House finden selten
Verwendung, mitunter werden jedoch Vocoder-Stimmen und Gesang eingebaut. Vereinzelt werden auch Samples aus Spielfilmen oder Computerspielen eingemischt.
Zu Beginn der 90er-Jahre war die Musik gekennzeichnet durch die Einbindung akustischer Ethno-Elemente mit psychedelischem Charakter. In einer linearen Entwicklung war die Musik
gegen Mitte der 1990er-Jahre geprägt von “orientalischen” Melodien auf Basis kräftiger Lead-Sounds der damaligen Synthesizer – untermalt von Acid-Sounds im Hintergrund und der Bassline.
Gegen Ende der 90er-Jahre wurde die Musik etwas langsamer, minimalistischer disharmonisch und unmelodisch, wobei der minimalistische Trance meistens mit atmosphärischen und
düsteren Klängen mit hohem Hallanteil untermalt wurde. Zur Jahrtausendwende dann entwickelte sich ein Stil, der Elemente aus dem Dub– und House-Bereich einbezieht und sehr melodisch erscheint.
Interpreten wie Raja Ram, Neelix und Dominic Sangeet bedienten sich neben dem Techno-Instrumentarium auch bei Blas– und Streichinstrumenten, oder sie arbeiten mit genrefremden
Musikern zusammen, so dass auf Psytrance-Scheiben neben dem obligaten technoiden Sound auch Versatzstücke aus Ambient, Trip Hop, Worldmusic und vielen anderen Bereichen zu finden
sein können. Für solche freien Stilmixturen wurden zahlreiche neue Stilbezeichnungen geschaffen: GoaTrance, PsyTrance, DarkPsy, ForrestTrance, Suomisoundi, Full On, ProgressiveTrance.
Als Psychedelic Chill Out wird eine ruhigere Variante des Psytrance bezeichnet. Diese verzichtet meistens auf eine gerade 4/4-Bassdrum und legt ihren Fokus auf sphärische Klänge.
Entstehung und Herkunft
Anfang der 1990er Jahre begann sich Psytrance im indischen Bundesstaat Goa, einem Ziel vieler Hippie trails aus den 1960ern, als Subgenre der House– und Technoszene abzugrenzen,
das maßgeblich von ausländischen, oft deutschen und israelischen Rucksacktouristen initiiert wurde.
Während die Technoszene zu Beginn der 1990er-Jahre bereits die Plattenläden mit massig Veröffentlichungen füllte, blieb der Goa-Bereich zunächst von den Plattenlabels fern.
Die Produzenten nahmen ihre Produktionen anfangs meistens auf DAT-Bändern auf, die sie an die DJs überspielten. Vereinzelt gab es Veröffentlichungen auf Plattenlabels aller
Richtungen, wobei es erst im Jahre 1993 zur Gründung des ersten Goa-Labels kam. Dazu gehörten Dragonfly, Spiritzone, TIP, XL Recordings, Blueroom Released, Transient und
Flying Rhino.
Interpreten wie Martin Glover (Killing Joke), Martin Freeland (Man With No Name), Simon Posford, Shakta, Nick Barber, Infected Mushroom, GMS, Dominic Sangeet und
Dj F.R.E.E. etablierten den “Psytrance” auf Goa-Partys.
Der bekannte britische Produzent und Bassist Youth (Martin Glover) war Geschäftsführer eines Plattenlabels mit dem Namen Butterfly Records, das experimentelle Produktionen aus
dem Postpunk-Bereich mit elektronischem Einfluss veröffentlichte. Da er bis dato immer häufiger Demo-Tapes aus dem Goa-Bereich zugeschickt bekam, entschloss er sich,
ein Sublabel mit dem Namen Dragonfly Records zu gründen. Letztendlich boomte dieses Sublabel, während das Mutterlabel Butterfly kaum noch neue Veröffentlichungen brachte und ein paar Jahre später stillgelegt wurde.
Nach der Gründung von Dragonfly wurden innerhalb sehr kurzer Zeit weitere Goa-Labels gegründet, da es zu einer Flut an neuen Veröffentlichungen kam. Die Anzahl der Neuveröffentlichungen nimmt seit Mitte der 2000er-Jahre stets zu.
Treffen der Goa-Szene auf der VooV-ExperienceDie von den Rucksacktouristen und während den 1960er Jahren ausgewanderten und noch heute in Indien ansässigen Hippies beeinflusste
Goa-Kultur, propagiert eine lebensbejahende Sichtweise, und ist stark mit den Ideen und Symbolen der 68er-Bewegung verbunden. Neben der Musik gehören Elemente aus dem Lebensstil mittel– und fernöstlicher Völker, Naturverbundenheit und eine Kunst, die buddhistische Einflüsse mit der Flowerpower-Zeit und modernen Malereien verbindet, zu dieser Philosophie.
Die ursprünglich in Goa ansässige Szene entfernte sich, nachdem die indische Regierung einige Reformen durchführte, welche die Freiheiten der dort lebenden Aussteiger enorm einschränkte und sich in dem Gebiet zunehmend Pauschaltourismus etablierte. Die Subkultur in Indien wurde für tot erklärt und nach Europa und Israel verlagert. Immer häufiger fanden sogenannte Goa-Partys in ganz Europa und dem Mittelmeerraum statt, die nach der alt bekannten Mentalität ablaufen sollten.
Seit den 1990er-Jahren hat sich eine weltweite Szene von Liebhabern dieser Musikrichtung gebildet. Neben Israel und Deutschland existieren auch in England, Skandinavien, der Schweiz und anderen Teilen Europas viele Anhänger der Bewegung. In Südamerika, Südafrika, und Osteuropa entwickelte sich eine in den folgenden Jahren stark aufstrebende Szene, die unter anderem durch interessante Musikproduktionen für viel Bereicherung sorgte.
Lediglich in den USA ist die Goa-Szene deutlich unterrepräsentiert; nur an der Westküste und im Raum New York finden vereinzelte Veranstaltungen statt. In vielen der hier nicht genannten europäischen Ländern, etwa in Österreich, Frankreich, Italien oder auch Tschechien, nahm die Freetekno-Bewegung den Platz der musikalisch verwandten Goa-Szene ein.
Wesentliche Unterschiede sind jedoch im anderen Selbstverständnis und Erscheinungsbild der Freetekno-Gemeinschaft zu finden. So agiert die Freetekno-Szene nach wie vor
mehrheitlich im Untergrund und lässt per Selbstdefinition auch keine Kommerzialisierung zu, wie sie bei Goa bereits begonnen hat.